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Steinway & Sons: Was passiert in Hamburg?

Photo: Ma_Ti_EU / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Aktuelle Berichte aus Deutschland werfen Fragen zu Managementwechseln bei Steinway & Sons und, was wichtiger ist, zur Zukunft der historischen Hamburger Manufaktur auf.

Die Diskussion begann in der deutschen Klaviercommunity, wo Berichte eine Reihe von Entwicklungen in Hamburg skizzierten — den Abschied Guido Zimmermanns, Veränderungen im europäischen Management, reduzierte Produktionskapazität und Aussagen, die auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung zur langfristigen Produktionsstruktur des Unternehmens gemacht worden sein sollen.

Da Hamburg nach wie vor ein wichtiger Teil der europäischen Klavierindustrie ist, hielten wir diese Entwicklungen für relevant für unsere Fachcommunity.

Unser Ziel bei solchen Beiträgen ist nicht Spekulation oder Parteinahme. Piano Industry Magazine existiert, um die Klavierbranche zu unterstützen und unseren Lesern Informationen zu Entwicklungen zu geben, die für Hersteller, Techniker, Händler, Lehrer und Pianisten relevant sein können.

Zugleich glauben wir, dass Informationen dann am nützlichsten sind, wenn die betroffenen Unternehmen die Gelegenheit haben, selbst Stellung zu nehmen. Wir haben Steinway & Sons daher direkt kontaktiert und um Klärung gebeten.

Steinway bestätigt Managementwechsel

Steinway bestätigte, dass Guido Zimmermann das Unternehmen Ende Juni verlassen hat.

Auch die Rolle von Gavin English wurde vom Unternehmen präzisiert. Sein Verantwortungsbereich wurde auf die EMEA-Region — Europa, den Nahen Osten und Afrika — erweitert, jedoch nicht auf Asien. Wei Wei bleibe laut Steinway President of Steinway & Sons – Asia Pacific.

Joachim Merz ist neuer Managing Director EMEA. Bemerkenswert: Merz kommt nicht aus der Klavierwelt — Steinway beschreibt ihn als jemand mit „umfangreicher Erfahrung in operativer Exzellenz, Fertigungsleistung und Geschäftstransformation" aus der Automobilindustrie. Er arbeitet laut Unternehmen eng mit dem langjährigen Steinway-Manager Olaf Gube zusammen, der VP of Manufacturing bleibt.

Eine weitere für Brancheninteressierte relevante Personalie: Steinway hat außerdem Morgan Franke als Head of Retail Operations & Marketing für die EMEA-Region eingestellt. Franke kommt von C. Bechstein, wo er eine leitende Position innehatte.

Und was ist mit der Hamburger Manufaktur?

Dies ist die wichtigste Klärung von Steinway.

Das Unternehmen bestätigt, dass die Hamburger Manufaktur derzeit mit reduzierter Produktionskapazität arbeitet. Steinway führt dies auf einen branchenweiten Abschwung im Klaviergeschäft zurück, besonders im chinesischen Markt, den die Hamburger Manufaktur beliefert.

Zugleich weist das Unternehmen die Andeutung, es plane eine Schließung Hamburgs, ausdrücklich zurück.

„Es ist nicht wahr, dass wir planen, die Hamburger Manufaktur zu schließen."

Steinway führt weiter aus:

„Wir bauen seit fast anderthalb Jahrhunderten Steinways in Hamburg, und wir beabsichtigen, dies noch viele Jahre lang zu tun."

Das Unternehmen habe zahlreiche ambitionierte Programme zur Wiederbelebung des Vertriebs umgesetzt und Schritte zur Effizienzsteigerung der Manufaktur unternommen.

Was ist mit Arbeitsplätzen und zukünftiger Produktion?

Steinway betont, dass es sein Geschäft kontinuierlich hinsichtlich Umsatz, Kosten und Effizienz überprüft — an beiden Standorten und in allen Regionen.

Das Unternehmen erklärt:

„Unser Ziel ist es stets, Entlassungen wann immer möglich zu vermeiden. Manchmal sind solche Schritte jedoch kurzfristig notwendig, um die Stabilität langfristig zu sichern."

Steinway verweist außerdem auf Beispiele in seiner Geschichte, in denen entlassene Mitarbeiter später zurückkehren konnten, als Nachfrage und Verkäufe sich erholten.

Zu Hamburg konkret sagt das Unternehmen:

„Unser Ziel in Hamburg ist es, unser Geschäft zu wenden und in naher Zukunft zu einem Wachstum zu gelangen."

Originalantwort auf Englisch — Übersetzung durch die Redaktion.

Was wir wissen — und was unklar bleibt

Die ursprüngliche Information, die zu diesem Beitrag führte, stammte aus der Klaviercommunity. Einige der geschilderten Entwicklungen wurden von Steinway bestätigt, darunter die Managementwechsel und die reduzierte Produktionskapazität in Hamburg.

Steinway hat darüber hinaus zwei Punkte aus den früheren Berichten präzisiert. Das Unternehmen sagt klar, dass eine Schließung der Hamburger Manufaktur nicht zu seinen Plänen gehört, und bestätigte, dass Gavin Englishs erweiterter Verantwortungsbereich nicht Asien umfasst — diese Region werde weiterhin von Wei Wei geleitet.

Einer der Punkte, den wir Steinway vorlegten — der Bericht, dass Hamburger Mitarbeiter zuvor auf ihr Urlaubsgeld verzichtet hätten, um ihre Arbeitsplätze zu sichern — wurde in der Antwort des Unternehmens nicht direkt behandelt.

Die Antwort macht ferner deutlich, dass Steinway Umsatz, Kosten und Effizienz an allen Standorten überprüft und dass sich die Beschäftigungszahlen bei Bedarf ändern können. Wie schnell Hamburg zu Wachstum zurückkehren kann und wie sich die Produktionsstruktur langfristig entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Für den Moment ist Steinways Position jedoch klar: Das Unternehmen erklärt, weiterhin viele Jahre lang Steinways in Hamburg bauen zu wollen.

Eine gemeinsame Verantwortung

Die Klavierindustrie durchlebt in vielen Märkten eine schwierige Phase. Gerade dann sind Transparenz und Zusammenarbeit besonders wichtig — und dann kann sowohl Spekulation als auch Schweigen und Passivität dem Handel Schaden zufügen. Hersteller, Verbände und Institutionen tragen Verantwortung gegenüber dem Markt, dem sie dienen: gegenüber ihren Händlern, Technikern sowie den Pianisten und Instrumentenbesitzern, die ihren Instrumenten vertrauen. Teil dieser Verantwortung ist es, sie zeitgerecht und offen über Entwicklungen zu informieren, die sie betreffen. Wir ermutigen alle in der Klavierbranche, das offen und zuverlässig zu teilen, was der Gemeinschaft wichtig ist. Wenn die Branche mit einer Stimme spricht, gestützt auf Fakten, ist das gesamte Fach stärker.

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